Vereinschronik Schützenverein Volmarstein:

Rückblick auf 75 Jahre Vereinsgeschichte

Im Jahre 1930 trafen sich die Anwohner der Bachstraße und Umgebung, und gründeten den Schießclub Volmarstein Bach, um ein sportliches Wettkampfschießen durchzuführen.
Die Betätigung im Schießsport erstreckte sich zunächst auf Luftgewehrschießen.
Mit den umliegenden Vereinen wurden Freundschafts und Vergleichsschießen durchgeführt, bei denen Wanderpokale, Plaketten und Urkunden ausgeschossen wurden.

Im Jahre 1933 ging man daran, einen Kleinkaliberstand zu bauen. Der Verein gehörte dem Schützenkreis Witten an und war somit Mitglied beim Deutschen Schützenbund.
Am 01. Juni 1933 wurde der Schießclub Bach Mitglied im Landesverband zur Förderung des Kleinkalibersports aufgenommen und stellte mit seiner Mannschaft beim ersten Kreisschiessen in Witten Muttental den 1. Kreismeister.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schützenhaus von der Gemeinde Volmarstein als Behelfsheim an eine Familie vermietet.
Hinzu kam, dass 1945 nach den Bestimmungen der Alliierten sämtliche Vereine aufgelöst worden waren und daher ein Schießbetrieb nicht mehr stattfinden konnte.
Nach der Neugründung des Deutschen Schützenbundes trafen sich am 15. Juli 1951 folgende Personen um den Schießclub Volmarstein Bach wieder zu gründen.

Bernhard Rudolf, Willi Bergermann, Ewald Conzen sen., Paul Schneider, Ludwig Schneider, Werner Schewe, Gerhard Deffner, Willi Lischke, Herrmann Ellinghaus,
Ernst Scholz, Günther Loers, Willi Krull, Otto Schwiering, Gerhard Schulte, Ernst Lorber, Ewald Conzen jun. und Günter Kruschka
.

Zum 1. Vorsitzenden wurde Willi Lischke gewählt. Der Zweck und die Tätigkeit des Vereins sind rein sportlicher Art.
Der Schützenverein Vorhalle stellte uns freundschaftlicherweise seinen Stand zum Training zur Verfügung, wann immer darum gebeten wurde.
Ab dem 01. Januar 1952 ist der Schießclub Volmarstein Bach 1930 wieder Mitglied beim Westfälischen Schützenbund.
Bei den Kreismeisterschaften im Kleinkaliber-schießen stellte Volmarstein 1953 und 1954 den 1. Kreismeister der Altersklasse.
Das Übungsschießen und Wettkampfschießen mit dem Luftgewehr wurde jetzt in der Garage im Gasthaus Oeser durchgeführt.
Das erste Schützen und Volksfest, verbunden mit der Fahnenweihe, feierte der Verein zum 25 jährigen Jubiläum am 16., 17. und 18. Juli 1955.
Der erste Schützenkönig wurde im Jubiläumsjahr 1955 Gustav l. und Hedwig l. Berghaus Hupka.

Bei der Mitgliederversammlung am 28. Sept. 1963 wurde von 16 erschienenen Mitgliedern eine Namensänderung beschlossen.
Der Verein soll den Namen "Schützenverein Volmarstein von 1930" erhalten.
Eine Vereinssatzung wurde eingeführt. Als 1. Vorsitzender wurde Karl Herrmann Ellinghaus gewählt. Der Vorsitzende Karl Herrmann Ellinghaus wurde beauftragt,
den Schützenverein beim Amtsgericht Wetter einzutragen.
Am 14. Dezember 1963 wurde der Schützenverein v. 1930 im Vereinsregister Nr. 87 eingetragen.
Ein Pachtvertrag wurde mit der Gemeinde Volmarstein am 08. September 1964 abgeschlossen, um einen Schießstand mit Vogelschießanlage auf dem Gelände Flur 3 Parzelle 39 zu errichten.
Die Planungen für den Neubau eines Schützenheims begannen 1963. Im Sept. 1964 wurde mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen

Bis zum Ende des Jahres waren das Fundament und die Außenmauern fertiggestellt. Die Einweihung des Schützenheims konnte am 27.11.1965 durchgeführt werden.
Die erste Modernisierung wurde 1972 mit dem Einbau einer Warmwasserheizung durchgeführt. Die Wettkampfbestimmungen vom Kreis, Bezirk und Westfälischen Schützenbund machten es erforderlich,
die Anlage in der Garage im Gast-haus Oeser aufzugeben und die Planungen für einen Luftgewehrschießstand aufzunehmen.
In der Mitgliederversammlung am 22.06.1973 wurde der Bau eines Luftgewehrschießstandes als Anbau am Schützenheim beschlossen. Sämtliche Arbeiten sollten in Eigenleistung erbracht werden.
Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 04.12.1974 wurde beschlossen, Bausteine an die Mitglieder zu verkaufen, um einen Kredit bei der Bank zu vermeiden.
Der Verkauf brachte dem Verein einen zinslosen Kredit von 6400,- DM. Somit konnte mit dem Bau begonnen werden. Der Anbau des Luftgewehrstandes wurde durch Eigenleistung von ca. 2000 Arbeitsstunden der Mitglieder möglich.
Gesamtkosten wurden mit 14.293,- DM abgerechnet. Auf der Jahreshauptversammlung 1975 wurde beschlossen, das bisherige Vereinslokal Oeser zu Gunsten der neu erstandenen Sportanlage an der Köhlerwaldstraße aufzugeben.
Die Einweihung des neuen Luftgewehrstands wurde auf den 25.05.1975 festgelegt. Vertreter der Stadt, des Kreises und des Westfälischen Schützenbundes sowie befreundeter Vereine waren gekommen, um dem Schützenverein v. 1930 e.V. zu gratulieren. Der stetige Anstieg der Leistungen erfordert von allen Schützen einen enormen Trainingsfleiß und große Ausdauer.

Die Geselligkeit darf natürlich in einem Verein trotzdem nicht in Vergessenheit geraten. Bei den verschiedenen Veranstaltungen im Jahr, wie Neujahrsempfang, Pokalschießen, Spießbratenessen sowie das jährliche Königsschießen, finden sich die Mitglieder zu gemütlichen Stunden zusammen. In der Folgezeit erfolgten mehrere Umbau und Erweiterungsmaßnahmen. Zusätzlich wurden verschiedene Sportwaffen beschafft. Der Verein nimmt mit folgenden Mannschaften an Wettkämpfen teil: Luftgewehr, Luftpistole, Kleinkalibergewehr und Pistole, Großkaliberpistole in verschiedenen Disziplinen sowie Schüler und jugendwettkämpfen. Der Schützenverein wird im Jubiläumsjahr 2005 vom 1. Vorsitzenden Martin Schmidt und weiteren Vorstandsmitgliedern vertreten.

 

 ERGÄNZUNG zur Gründerzeit des
"Schiessclub Bach"
und der späteren Gründung/Umbenennung des
"Schützenverein Volmarstein
1930 eV."

 

Zum Jahresbeginn 2017 wurde wie traditionell jedes Jahr ein Neujahres-Einklang gefeiert.
Nur dieses Jahr gab es zusätzlich eine positive und gleichermaßen schöne Überraschung.

Frau Dorothea Walkenbach überreichte unserer Vorsitzenden Christine Neuburg das


"Gründerbuch des Schiess-Club Bach".


Aufgrund von Schilderungen von Frau Walkenbach und Ihrer hervorragenden Erinnerungen können wir nun hiermit unsere Vereins-Chronik
ergänzen.

Wilhelm Fuhrmann
war eines der ersten Gründungsmitglieder und sogleich auch der erste Vorsitzende des Vereins.

Leider wurde Wilhelm Fuhrmann zu Beginn des 2.Weltkrieges wie viele anderen auch eingezogen. Die Dokumente und Bücher des Vereines wurden von der Ehefrau in den Keller geräumt, da man ja nicht wusste was unter dem damaligem Regime nun passieren würde oder ob man das Vereinsleben irgendwann wieder aufleben lassen würde. Denn der 2. WK hinterließ überall seine Spuren so das das Buch über Jahre in Vergessenheit geriet. So schlummerte die erste Vereins-Chronik und unser Gründerbuch auch weiterhin bis nach 1945 im Dunklem.

Als es nach vielen Jahren wieder entdeckt wurde, stellte man fest dass es in einer alten fast vergessenen Schrift geschrieben wurde welche aber der Tochter von Wilhelm bekannt ist, so konnte sie für uns erfolgreich die Sütterlin-Schrift lesen und uns bei der Vervollständigung unserer Vereinsgeschichte behilflich sein. Es wurden im Buch die Vereins-Satzung und diverse Protokolle aus Sitzungen der Jahre 1930-1935 entdeckt.
Als Datum der ersten Versammlung wurde der 20.04.1930 festgestellt was somit auch gleichzeitig als Gründungs-Datum des Schiess-Club Bach festsetzt. 
Nach Jahrzehnten sind nun die richtigen Daten durch eine glückliche Fügung bekannt.

Als erste Amtsträger und Mitglieder waren folgende Namen gelistet:

1. Vorsitzender und 1. Kassierer = Wilhelm Fuhrmann
2. Vorsitzender = Bruno Fandrey
Schriftführer = Albert Krüner und Fritz Post
2. Kassierer = Willi Koch

In den ersten Jahren wurde sich in der damaligen Gastwirtschaft "Zum Hohenstein" getroffen welche der Familie von Fritz Post gehörte, denn ein Schützenheim als solches hatten sie noch nicht. 

Das Schützenheim wurde erst am 13.12 1932 "Am Hang" vom Bauamt ganz offiziell anerkannt. Ein knappes halbes Jahr später (im Mai 1933) entstand der Kleinkaliberstand.
Von nun an konnten sich die Schützen die vorher nur Luftgewehre als Sportgeräte hatten auch Kleinkaliber schießen.
Im Regime und der Zeit ab 1933 wurde bei Versammlungen der Hitlergruß vorgeschrieben wovon sich aber Wilhelm Fuhrmann distanzierte, was dann wohl zur Folge hatte das vorläufig ab dem Zeitraum 
keine Eintragungen mehr getätigt wurden. Das Vereinsleben hatte aber weiterhin bis zum Kriegsbeginn an der "Schießbude" wie sie es früher nannten immer noch statt gefunden.

Als Kind hatte Frau Walkenbach die Punktestände angegeben und es wurde hin und wieder nachgeschaut ob sie es richtig mache.
Bei dem Satz ging ein Lächeln über ihr Gesicht, und sie sagte : "Ich war ja schließlich noch kleines Mädchen". (Zitat Ende)

Die Geschichte lehrte uns, das unser Schützenverein nun bereits 87 Jahre mit dem Auffinden des Gründerbuches 2017 wurde.


Wir danken recht herzlich mit einem Horrido
Frau Dorothea Walkenbach 

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